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Mit dem Bier- und Wein-Express in den nördlichen Steigerwald
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Mit dem Bier- und Wein-Express 1169 (1.5.–1.11., an Sonn- und Feiertagen) in den nördlichen Steigerwald im Landkreis Haßberge! Ein ursprünglicher, unterfränkischer Bierkeller mit traditionellen Speisen und – als Gegenpol – ein Weingut der Extraklasse mit einer besonderen Geschichte! Nach altfränkischem Brauch angebaute sortenreine, trockene Weine werden hier in einem ganz besonderen Weingarten kredenzt. Das gibt es so kein zweites Mal!
Zu Beginn empfängt uns ein Aussichtsturm mit einem Blick übers weite Land; als End-Highlight geht’s in den Ort, in dem Sie Balthasar Neumann nachspüren können, wo er einst seine berühmten Glasfenster für die Würzburger Residenz fertigen ließ.
Sie möchten Bier und Wein, Natur und Kultur lieber länger genießen? Dann kommen Sie einfach mehrmals: Unsere Tour kann in 2–3 Etappen aufgeteilt werden. Wer abends noch bleiben möchte, für den hätten wir noch was ganz Besonderes: eine Nacht im Zelt – oder sogar in der Hängematte am Trekkingplatz Steinknuck!
Wer’s komfortabler möchte: Pensionen warten am Ende der 2. und 3. Etappe. Zum Aussichtsturm Wallburg-Eltmann zu Beginn geht’s etwas steiler hinauf, ansonsten gibt es nur mäßige Anstiege. Bei einer Aufteilung in Etappen und mit Pausen sind die Strecken für jedermann gut zu bewältigen, gestandene Weitwanderer machen das Ganze gerne flott an einem Tag.
Highlights der Tour sind u.a.:
Etappe 1 (8,5 km | 2,5 Std.)
Ebelsbach-Eltmann – Eltmann – Wallburg – Tretzendorf, 1169 Tretzendorf Seestraße
Wir verlassen den Bahnhof Ebelsbach-Eltmann RB 53 auf seiner Rückseite bei Gleis 4, gehen an der Straße mit und (7-Flüsse-Weg) nach rechts und folgen der Linkskurve. Links vorne oben ist schon der Turm der ehemaligen Wallburg zu sehen, unser erstes Highlight. Geradeaus vor bis fast zur Autobahn und mit nach links und unten durch. In der Rechtskurve bei dem eingezäunten Gartengrundstück mit Holzhütte mit nach links in den kleinen Trampelpfad. Beim zweispurigen Querweg ohne Markierung links-rechts und nun am Ebelsbach entlang.
Am Querweg mit nach links, über den Bach und der Markierung weiter folgen. Achtung: Es geht geradewegs zwischen den beiden breiten Wegen in einen schmalen unbefestigten Fußweg, zur Brücke hoch und über den Main drüber. Schöner Blick auf das alte Eltmann mit seinen Fachwerkhäusern und der katholischen Stadtpfarrkirche St. Michael und Johannes der Täufer, erbaut 1835–37 nach Plänen von Leo von Klenze.
Der runde Turm der Wallburg links oben könnte Rapunzels Turm gewesen sein. Rund und unzugänglich hoch scheint er zu sein, mit einem kleinen Fensterchen ganz oben, samt Walddickicht drum herum. Die Markierung führt uns (nach der Tankstelle) geradeaus über die Straße in einen Pflasterweg ohne viel Verkehr. Idyllisch ist’s hier, wo einst die Stadtmauer entlangging, der Stadtgraben ist noch zu sehen. „Promenade“ heißt der schöne Bummelweg heutzutage. Wir folgen der zunächst kurz über die Schlosssteige. Nach wenigen Metern geht’s rechts zum steinernen Torbogen und auf dem historischen Treppenweg zur Wallburg hinauf.
Die Alte Schlosssteige – ein Kulturdenkmal
Genau 365 restaurierte altertümliche Steinstufen versetzen uns zurück in frühere Zeiten. Oben auf dem wiederaufgebauten Torbogen sitzt der Fuchs, das Wappentier der Familie Fuchs von Bimbach, flankiert von zwei Löwen, die einst das Wappen hielten. Von 232 hm steigen wir auf 308 hm hinauf. Beim Umdrehen haben Sie einen schönen Blick auf Eltmann. Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Wallburg_(Eltmann) und Infos vor Ort
Die Treppe stößt bei einer Bank auf einen Querweg, hier links versetzt auf weiteren Stufen ganz hinauf zum Turm. Wenn die Fahne weht, ist er offen – mit Schankbetrieb.
Die Wallburg
75 m hoch über Eltmann liegt die Wallburg, das einstige Castellum Altimoin (die Burg hoch über dem Main). Nur der markante steinerne Bergfried, das Wahrzeichen der Stadt und des gesamten nördlichen Steigerwaldes, steht noch. Bereits im 5.–4. Jahrhundert v. Chr. befand sich hier eine Ringwallanlage, deren Wall man noch deutlich sieht und der der Burg den heutigen Namen gab. Sitzgruppen laden zur Rast.
Ringsum hat man eine großartige Aussicht ins Maintal und auf die Haßberge, ebenso nach Süden in den Talgrund und auf die Hügel des Steigerwaldes. Schankbetrieb und die Möglichkeit zur Besteigung des Turmes (143 Stufen) gibt’s von Ostern bis Allerheiligen.
„Burgvogt“ Reiner Reitz vom Verein für Heimatgeschichte öffnet den Turm an Sonn- und Feiertagen ab 13 Uhr, wenn „schönes Wetter“ ist. Offen ist, bis der letzte Gast „Auf Wiedersehen“ sagt. Sonderführungen für Gruppen können mit Herrn Reitz unter Tel. 09522 89970 vereinbart werden.
Ganz neu: Genießen Sie die Wallburg virtuell bei einem digitalen Rundgang mit vielen spannenden Informationen. Den QR-Code dazu (sowie weitere Infos zur Wallburg und den Denkmälern der Stadt Eltmann) finden Sie hier oder am Wallburgturm und an den Info-Tafeln. Quelle: www.eltmann.de
Unser Weg geht am Ziehbrunnen vorbei und – mit dem Turm im Rücken – mit „Steigerwaldhöhenweg“ nach links, die Treppe am Hang hinunter.
Am Treppenende nochmal links (im Sommer gemähter Graspfad), danach rechts den Hügel hoch, den Wall der ehemaligen Burgbefriedung. An der anderen Seite geht’s wieder hinunter und rechts versetzt auf dem Wiesenweg weiter, immer auf die Häuser zu, die Ausläufer von Eltmann.
Bald führt ein Schotterstück am Regenwasser-Rückhaltebecken vorbei und zur Straße. Bevor wir nach links an der Straße bergauf gehen, machen wir einen kleinen Abstecher zum Eselsbrunnen, gegenüber auf der rechten Straßenseite.
Der Eselsbrunnen
Vom Eselsbrunnen, den man mit einer schönen Fassung versehen hat, musste ein Esel ab 1642 den gesamten Wasserbedarf zur Burg hinauftragen, denn die einst vorhandene Wasserleitung wurde im Schwedenkrieg zerstört.
Nun können wir der Markierung ca. 4 km lang folgen. Schöne Rückblicke zur Wallburg beim Umdrehen. Oben geht’s rechts mit Wegweiser Weisbrunn, 3,2 km und an der nächsten Kreuzung geradeaus in den Wald. Der gut markierte trailartige Pfad kann hin und wieder nass sein. Bald stoßen wir auf die Wegweiser Weisbrunn, 1 km und Trossenfurt, 3 km, unsere nächsten Ziele.
Aussichtsreich geht’s nach Weisbrunn hinein, die Markierung führt uns an der Hauptstraße rechts und 100 m später beim Bildstock unter der Linde links hinauf in den Trossenfurter Weg über die Hochebene. Hier wird kleinräumiger ländlicher Raum pur fürs Auge geboten. Der uralte Kirchen- und Wallfahrtsweg schlängelt sich hin und her und an halbwilden Kirschbäumen vorbei. Am geschotterten Querweg, mit einem weiteren Bildstock und Wegweiser Trossenfurt, nach links.
Gut 600 m später verlassen wir die (nach rechts abgehende) Markierung und laufen geradewegs nach Trossenfurt hinein, zu Roppelts Bierkeller. Ein großer Parkplatz kündigt ihn ein Stück zuvor an, beschwingt geht’s hinab und da ist er: links am Hang.
Roppelts Bierkeller
Beim zweiten Blick offenbart sich ein großzügiges Gelände auf mehreren Etagen. Unten gibt‘s auch überdachte Sitzplätze, bestes Bier und beste Brotzeiten sowieso! Ein Highlight ist das Kerwa-Wochenende um den 25. Juli herum, dem Gedenktag des Kirchenheiligen St. Jakobus, wo wir das letzte Mal sogar Ziegenbraten am Bierkeller genießen durften.
Nur ein einziges Manko gibt’s zu beachten: Man muss spät genug dran sein, denn er ist am erweiterten Wochenende von Freitag bis Montag erst ab 16 Uhr offen. Nach der Einkehr besteht die Möglichkeit, mit dem Bier- und Wein-Express zum Bahnanschluss nach Haßfurt zu fahren. Ansonsten hilft – ebenfalls von Freitag bis Montag sowie am Mittwoch – das einige Meter weiter unten gelegene Gasthaus Roppelt weiter, wo es am Vormittag schon was zu trinken gibt.
Tel. 09522 1840 oder brauereiroppelt@t-online.de
Quelle und Infos: www.brauereiroppelt.de
Nach dem Gasthaus Roppelt führt unser Weg an der Hauptstraße unten nach rechts. Nach knapp 600 m geht es entweder geradeaus nach Tretzendorf zur 1169 Tretzendorf Seestraße (ca. 500 m entfernt) oder links zur lohnenswerten Fortsetzung der Wanderung weiter.
Weitere Einkehrmöglichkeit in Tretzendorf: Von der Trossenfurt Raiffeisenbank nach Norden (über die Aurachbrücke), danach links zum Gästehaus Schaaf.
Etappe 2 (5,5 km | 1,5 Std.)
Tretzendorf, 1169 Tretzendorf Seestraße – Naturdenkmal Steineiche – Fatschenbrunn, 1169 Fatschenbrunn Kirche
Von der Tretzendorf Seestraße gehen wir 300 m Richtung Trossenfurt, dort rechts in den „Grundweg“ mit rückseitigem Wegweiser Fatschenbrunn, 6 km. Alte Felsenkeller säumen das urige Sträßchen. Nach ca. 60 m bergauf, überrascht uns auf der rechten Seite das Naturdenkmal Steineiche!
Naturdenkmal Steineiche
Eine alte Eiche bzw. die Reste davon – erstaunlicherweise schon 1750 als Staude beurkundet! So richtig eingewachsen in den Sandstein des Felsenkellerfelsens! Vögel und andere Tiere finden hier Unterschlupf. Außerdem sind die alten Felsenkeller ein willkommenes Winterquartier für Fledermäuse.
Weiter geht’s, immer stetig hinauf. Oben auf der Höhe ist eine wunderbare Ruhe zu spüren, links unten liegen verträumt Fischweiher. Wir halten uns geradeaus auf dem schmalen Teersträßchen, halbhoch über dem lichten Tal: Wiesen, Bäume, Felder, Blumen, Vögel …
Am 1. Verzweig weiter mit Wegweiser Fatschenbrunn nach links, kurz danach ist der 2. Verzweig: doppelt mit Wegweiser Fatschenbrunn bestückt und gibt Rätsel auf. Wir nehmen den angenehmeren Weg nach links unten.
Achtung: Nach knapp 600 m, vor einem Jägerstand links an der Wiese, weisen uns ein Wegweiser Fatschenbrunn und Markierung O1 nach rechts in einen unauffälligen grasigen Waldpfad mit windschiefer Brotzeitbank. An einem Bächlein geht’s gemächlich dahin: mit Walderdbeeren mitten auf dem Weg, Himbeeren und Brombeeren zur Seite. O1 leitet uns zuverlässig, ansonsten geht’s geradeaus. Am rechtsseitigen Weiher mit Hütte vorbei, am Jägerstand geradeaus, so geht’s wieder in einen echten Wurzelpfad, der schließlich auf einen Fischteich mit Brotzeitbank stößt. Hier rechts herum und aus dem Wald hinaus. Am Verzweig leitet uns der nächste Wegweiser nach rechts auf die Kulturweg-Alternative.
Beachten Sie die zahlreichen alten und neu gepflanzten Birnbäume, einen Lehrobstgarten, um die Sortenvielfalt der Dörrbirnen, der Hutzelbirnen, vorzuführen. Hinauf geht’s wieder, hoch über dem Talgrund erreichen wir mit unserer O1 Fatschenbrunn. Am 1. Abzweig mit dem „Markierungsbaum“ rechts hinunter in den Ort, jetzt auch mit , der wir gut 800 m folgen.
An der Pension Lindenhof rechts, auf die Kirche zu. Links ums Eck ist der Hutzelhof.
Das vielfach ausgezeichnete Weingut Scholtens ist ein paar Meter weiter über der Straße drüben, im alten Schulhaus gegenüber der Kirche. Unser Bier- und Wein-Express hält in Fatschenbrunn. Die Bushaltestelle ist unmittelbar am Dorfweiher, neben dem Weingut Scholtens.
Hutzeln – Tradition und Handwerk
Einst war die Vielfalt der Obstsorten viel größer: Hier gab es hauptsächlich Apfel-, Birn-, Zwetschgen- und Kirschbäume. Mit Lager- und Trockenobst, mit Saft und Most hatte man auch im Winter vitaminhaltige Nahrungsmittel, die in Haus- und Felsenkellern lagerten.
Das Hutzeln, das Dörren von geeigneten Birnensorten, hat in Fatschenbrunn jahrhundertealte Tradition. Mit Stumpf und Stiel werden die Früchte in holzbefeuerten Därren getrocknet. Eine aufwändige Sache, da die Birnen ständig umgeschichtet werden müssen und das Feuer weder zu stark noch zu schwach sein darf. So bleiben 80% der Vitamine erhalten. Bis in die Niederlande wurden sie einst mit der Main/Rhein-Schifffahrt gebracht und dienten bis zu Beginn der Dampfschifffahrt als Segelschiffproviant.
Noch bis in die 1980er-Jahre wurden Hutzeln von Lebkuchenherstellern aufgekauft, bevor das Gewerbe wegen günstigerer Ersatzstoffe und Importe aus Übersee einging. Heutzutage wissen besonders Kenner die traditionell aufwändig hergestellten Hutzeln zu schätzen. Franz Hümmer pflegt immer noch 100 Birnbäume. Seit 2018 gehören Hutzeln auf seine Initiative hin zum immateriellen UNESCOWeltkulturerbe. Siehe: www.infranken.de/lk/gem/hutzeln-sind-jetzt-kulturerbe-art-3515972
Gerne können Sie die Holzofendärre besichtigen und sich auf einem informativen Rundgang durch die Fatschenbrunner Flur mit ihren eindrucksvollen Birnbaumbeständen begleiten lassen, inklusive leckerer Hutzelkostproben. Optional auch mit Kaffee, Kuchen und weiteren Fatschenbrunner Leckereien. Quelle und Infos: inklusive eines Rezeptes für Fatschenbrunner Hutzelbrot, unter www.hutzeln.net oder Tel. 09529 373, Mobil 0157 53047377 oder info@hutzeln.net
Weingut Nico Scholtens
Stellen Sie sich vor: Es war einmal ein Holländer. Sein Vater besaß eine Kaffeerösterei, die mit Liebe und Individualismus betrieben wurde. Diese Charaktereigenschaften prägten Nico Scholtens Leben.
Der Liebe wegen verschlägt es den passionierten Musiker nach Weinfranken. Es war in der 1970ern, es gab kaum noch Winzer, es wurde nur für den Eigenbedarf gekeltert. Der Schwiegervater vermachte ihm einen kleinen Weinberg in Zell am Ebersberg. Von Weinbau hatte Nico Scholtens keine Ahnung. Es gab viele Rückschläge, aber er machte immer wieder weiter und entwickelte dabei seine ganz eigene Philosophie.
Regel Nr. 1: Der Wein muss schmecken.
Regel Nr. 2: Es kommt nichts, aber auch gar nichts zusätzlich hinein: keine Schönungsmittel, kein Verschnitt, keine Süßreserve.
Es wird immer mehr und immer besser, dennoch zerstörte der Frostwinter 1984 70 % der Weinberge.
Notgedrungen entstand als weitere Einnahmequelle die nun ganzjährig geöffnete Weinstube. Das altehrwürdige Sandsteinhaus hat ebenso seine ganz eigene Geschichte. Der Gewölbekeller, der Weinkeller, stammt vermutlich aus dem 17. Jh. Die Fachwerkinnenwände und Lehmdecken im Haus in traditioneller Stakholzbauweise sind noch vollständig erhalten und liebevoll restauriert und ausgeschmückt, eine besondere Stube in der besondere Weine kredenzt werden.
Im Sommer sitzt man lieber im Paradiesgarten, erschaffen von Nico Scholtens Frau Salome, die in einer Künstlerfamilie aufwuchs. Feine kleine Kunstwerke sind denn auch ihre Speisen: Jeder Teller, der den Gästen serviert wird, ist ein kleines Kunstwerk für sich, garniert mit essbaren Blüten. Kaffeespezialitäten von namhaften Kleinröstereien bewahren die Tradition des Hausherrn.
• normalerweise geöffnet: Sa. ab 17 Uhr, So. ab 14 Uhr
• Tel. 09529 326 oder info@weingut-scholtens.com
• Weinversand und Weinverkauf jederzeit möglich
Quelle und Infos: www.weingut-scholtens.com
Etappe 3 (4,5 km | 1,5 Std.)
Fatschenbrunn, 1169 Fatschenbrunn Kirche – Trekkingplatz Steinknuck – Waldkapelle Glashütte – Fabrikschleichach, 1169 Fabrikschleichach
Von der Fatschenbrunn Kirche laufen wir, mit dem Dorfweiher zur Rechten, die Hauptstraße geradeaus entlang, bald wieder mit , die uns bergauf und nach rechts in die Straße „Hohe Wart“ leitet. Oben in der Kurve geht’s nicht wieder rechts herunter, sondern geradeaus (Markierung erst weiter vorne). Für uns gilt jetzt nur noch nur noch die Markierung , die nach knapp 350 m einen Schotterweg quert. Es geht geradeaus auf einem doppelspurigen Graspfad weiter, wir folgen nach gut 100 m der Linkskurve und laufen am nächsten Schotterweg ohne Markierung links und geradewegs zur Autostraße vor. An der Straße ohne Markierung nach rechts gehen, nach knapp 100 m (beim 2. Leitpfosten und bevor auf der rechten Seite wieder Wege in den Wald gehen) die Straße queren und nach links in den doppelspurigen Waldweg laufen. Der Waldweg wird immer verwachsener, ist aber immer gut zu erkennen. Man kommt auch recht gut durch, eventuell muss man nassen Stellen ausweichen. Wir gehen, ungeachtet der Seitenwege, immer geradeaus und stoßen schließlich wieder auf einen „ordentlichen“ geschotterten Weg, hier links. Nach gut 400 m nicht in den breiten Weg, der rechts abgeht, sondern erst 90 m später bei einer Holzhütte in einen schmalen Pfad nach rechts.
Nun sind wir mitten auf einem der offiziellen Trekkingplätze im Steigerwald gelandet.
Trekking-Erlebnis Steinknuck im Steigerwald
Hier im Zelt, im Tarp oder in der Hängematte übernachten und abends lange am hell leuchtenden Lagerfeuer sitzen … Nach vorheriger Anmeldung ist das möglich. Eine Feuerstelle und eine Toilette gibt’s in der Nähe vor Ort. Vom Trekkingplatz sind’s nur noch gut 1,5 km nach Fabrikschleichach: Das lässt sich auch als Feierabend- Abstecher ohne Gepäck machen. www.trekkingerlebnis.de
Wir bleiben immer auf dem schönen schmalen Waldpfad (Markierungen sind oft undeutlich), bis er auf einen breiten Weg mit vielen Markierungen stößt. Hier links, unser Ziel „Fabrikschleichach“ steht angeschrieben – ebenso die Waldkapelle „Glashütter Käpella“, die den kleinen Abstecher lohnt und meist offen ist. Ein Holzfuhrmann ließ sie 1730 aufgrund eines Gelöbnisses erbauen. Bänke davor laden zum Ausruhen ein.
Schon vor der Kapelle geht unser Weg links ab. 0,5 km sind’s nur noch nach Fabrikschleichach, die Markierung R8 führt hinunter zum Ort und in die Glashüttenstraße. Die Glashüttenstraße 5 auf der linken Seite, am Abzweig „Am Mäuselturm“, die durch ihr schönes Fachwerk auffällt, war früher ein Forsthaus und beherbergt nun die ökologische Außenstation der Uni Würzburg.
Der achteckige Mäuselturm diente einst als Lager für Verpackungsmaterial, denn es wurden ja früher im Ort empfindliche, wertvolle Teile produziert.
Fabrikschleichach (ehem. Glashütten)
Fabrikschleichach wurde 1706, sehr spät für ein fränkisches Dorf, als frühindustrielle Fabriksiedlung gegründet. In einer der bedeutendsten Manufakturen des Hochstifts Würzburg ließ Balthasar Neumann hier als genialer Glasfabrikant von 1737–1748 Gläser fertigen, so auch für seine berühmten barocken Bauwerke in der Umgebung, wie die Würzburger Residenz mit großartigem Spiegelsaal, die Wallfahrtskirchen Vierzehnheiligen und Maria Limbach.
Im 18. Jh. – zur Hochzeit der Glashütte – gingen 85 % der Gläser in den Export; mit Jahresumsätzen von bis zu 40.000 Gulden, was ca. 150.000 Euro entspricht. Man beschäftigte nicht nur 50 Leute in der Glashütte, nötig waren noch viele mehr, etwa als Aschenbrenner, Holzfäller und Fuhrleute. So entstand um die Glasfabrik herum eine Siedlung mit kleinen, ebenerdigen Häuschen, wegen ihrer gleichförmigen Bauweise „Kaserne“ genannt. Im Dorfmuseum im alten Feuerwehrhaus sind Exponate ausgestellt, auch solche, die man z. B. im Acker oder auf dem Dachboden gefunden hat.
Quellen: www.rauhenebrach.de
www.pressglas-korrespondenz.de/aktuelles/pdf/pk-2009-4w-sg-neumann-fabrikschleichach.pdf
Café Ton
In der ehemaligen Pottaschensiederei ist eine Keramikwerkstatt mit gemütlichem Café eingezogen. Zwischen all den schönen Ausstellungsstücken lässt es sich im historischen Ambiente wunderbar erholen. Serviert werden Kaffee und köstliche selbstgebackene Kuchen im getöpferten Geschirr aus eigener Produktion. Jede Tasse, jeder Teller, alle sind Unikate und können käuflich erworben werden. Regionale Biere und Weine können Sie hier ebenfalls genießen. Mehr über die Geschichte der Glashütte ist im ausliegenden umfangreichen Folianten zu erfahren, mehr über Events (wie Ausstellungen und Konzerte) unter www.keramik-im-steigerwald.de oder Tel. 09554 1402. Einen Film in der Mediathek der Frankenschau über die Alte Glashütte finden ebenfalls unter dem Link.
Geradeaus sind es nur wenige Meter zur Bushaltestelle der Linie 1169, die Sie nach Haßfurt oder Ebrach bringt.
Zuvor lohnt sich ein kleiner Rundgang durch den historischen Ort mit seiner ehemaligen frühindustriellen Arbeitersiedlung. Dazu gehen wir nach dem Dorfweiher links. Links gegenüber der Kirche, hinter der großen Schwengelpumpe (Trinkwasser), ist die sogenannte Kaserne. Die kleinen Wohnhäuser der früheren Glasfabrikarbeiter sind immer noch bewohnt und haben ihr Erscheinungsbild bis heute bewahrt.
Mehr Infos:
Haßberge Tourismus e. V.
im Naturpark Haßberge
Marktplatz 1, 97461 Hofheim i. UFr.
Tel. 09523 50337-10
E-Mail: info@hassberge-tourismus.de
www.hassberge-tourismus.de
Markierungen: Naturpark Steigerwald, Landkreis Haßberge, Gemeinden
Weitere VGN-Wandertipps in der Region:
Bitte informiere Dich in Deinem eigenen Interesse vorab über die aktuellen Öffnungszeiten und Ruhetage. Korrekturen können an freizeit@vgn.de gemailt werden.
Super Tipp mit dem Trekking Platz Steinknuck. Den haben wir gleich mit in die Tour eingebaut.
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